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Logopädische Leistungen

Die logopädischen Behandlungsfelder sind sehr weit gefächert. Im Folgenden haben wir für Sie einen Überblick über die wichtigsten Behandlungsfelder erstellt: Klicken Sie auf das Stichwort, um zum entsprechenden Textteil geleitet zu werden!

Schlucken, Dysphagie

Schwierigkeiten mit dem Schlucken (Dysphagie) können schon im Säuglingsalter eine Behandlung erforderlich machen. Sie können aber auch später auftreten, etwa als Folge eines Unfalls, eines Schlaganfalls, einer Operation im Mund oder Rachen, bei Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multipler Sklerose und ALS (Amyotrophe Lateral Sklerose). In der Logopädie werden die am Schlucken beteiligten Muskeln trainiert, Sensibilitätsstörungen entgegengewirkt und Kompensationstechniken eingeübt. So wird der Schluckakt so weit wie möglich wieder normalisiert. Nicht selten ist das Ziel, eine Trachealkanüle, die angelegt wurde, um Aspirationen zu vermindern, wieder entfernen lassen zu können. Genauso kann das Ziel sein, zu vermeiden, dass eine Ernährungssonde angelegt wird oder eine vorhandene Ernährungssonde nicht mehr zu benötigen. Das Schlucken, also die Fähigkeit Nahrung und Flüssigkeit oral zu sich zu nehmen, den Mund zu befeuchten, Geschmack wahrzunehmen, ist oft eines der letzten Stückchen Lebensqualität. Selbst wenn die Sicherstellung der ausreichenden Nahrungs- und Flüssigkeitsmengen durch eine Ernährungssonde erfolgen muss, kann es sinnvoll sein, dem Patienten wenigstens die orale Verarbeitung von Wohlfühlmengen zu ermöglichen.

Myofunktionelle Störung

Zu den Schluckstörungen gehört auch eine Zungenfehlstellung beim Schlucken (myofunktionelle Störung), welche dafür sorgen kann, dass die Zähne nach vorne geschoben werden. Allerdings geht es in diesen Fällen nicht um eine ausreichende Ernährung. Vielmehr kann es erforderlich sein, die Zungenbewegung beim Schlucken zu optimieren, bevor eine kieferorthopädische Korrektur der Zahnstellung dauerhaften Erfolg haben kann.

Dyslalie, Sprachentwicklungsstörung

Die Ursachen für Sprachentwicklungsstörungen sind sehr weit gefächert. Der Spracherwerb setzt bestimmte Fähigkeiten in den Bereichen Hören, Spüren, Sehen, Motorik und Kognition voraus. Insbesondere beim Hören ist es aus logopädischer Sicht sehr wichtig, zwischen dem peripheren Hören (Hörtest beim Arzt) und der Verarbeitung des Gehörten im Gehirn (Hörwahrnehmung) zu unterscheiden. Weiterhin können Beeinträchtigungen im kindlichen Spielalltag (bspw. längere Klinikaufenthalte) dazu führen, dass ein Kind wichtige Erfahrungen nicht macht und daher einige Lernschritte nicht vollzieht. Die Vielzahl möglicher Ursachen macht eine gründliche logopädische Befunderhebung unerlässlich, um geeignete Therapieinhalte festzulegen, damit der Patient sein Ziel erreichen kann.

Aphasie, Dysphasie

Nicht weniger umfangreich sind die Beeinträchtigungen, die bei einer Dysphasie oder Aphasie, bspw. als Folge eines Schlaganfalls oder eines Schädel-Hirn-Traumas, auftreten können. Sprache setzt sich aus unzähligen einzelnen Fähigkeiten zusammen: Wortfindung (Lexikon), Grammatik (Syntax), Verstehen von Gehörtem, Verstehen von Geschriebenem, Merkspanne. Diese können einzeln oder gemeinsam beeinträchtigt sein. Nach der logopädischen Befunderhebung werden mit dem Patienten Therapieschwerpunkte festgelegt und entsprechende Übungen durchgeführt. Ziel der Behandlung ist die bestmögliche Wiederherstellung der sprachlichen Leistungfähigkeit und wo das nicht möglich ist, das Erarbeiten von kompemsatorischen Strategien.

Dysarthrie, Dysarthrophonie

Beeinträchtigungen der Sprechverständlichkeit können isoliert oder gemeinsam mit einer Störung der „inneren Sprache“ auftreten. Häufige Ursachen für eine Dysarthrie oder Dysarthrophonie sind Lähmungen und Verletzungen (auch als Operations-Folge) im Mund- und Rachenraum. Bei der Dysarthrophonie ist neben der Artikulation auch die Stimmkraft beeinträchtigt. Die logopädische Behandlung umfasst in diesen Fällen u.a. Übungen zur Reduzierung von Sensibilitätsstörungen, sowie die Kräftigung der betroffenen Muskulatur.

Apraxie, Dyspraxie

Eine Apraxie oder Dyspraxie bezeichnet eine Beeinträchtigung der Planung von Artikulationsbewegungen. Auch bei intakter Mundmuskulatur gelingt es dann nicht, die zu dem Ziellaut gehörende Artikulationsbewegung auszuführen. Entsprechend muss dem Patienten in der Therapie ein Gefühl für die einzelnen Artikulationsstellen vermittelt werden – eine Herkulesaufgabe für viele Betroffenen, da wir die Artikulationsbewegungen als Kleinkinder ja nicht bewusst erlernen und somit kaum wissen, wo im Mund wie welcher Laut gebildet wird, so dass der Patient nun Bewegungsabläufe übt, die er höchstens über einen Spiegel kontrollieren kann und die er bis zu seiner Erkrankung nie bewusst ausgeführt hat.

Stottern

Eine ganz andere Art der Aussprachstörung ist das Stottern. Dass Kinder im Rahmen ihrer Sprachentwicklung einige Tage oder Wochen lang stottern, ist sehr häufig und verliert sich in aller Regel von alleine wieder. Bleibt das Stottern über mehrere Monate bestehen oder zeigt das Kind ein Störungsbewußtsein, ist es Zeit zu intervenieren. Da die Bewegungsabläufe beim Sprechen überwiegend unbewusst ablaufen, spürt das betroffene Kind zwar, dass irgendetwas nicht funktioniert, kann aber nicht wissen, wo es ansetzen sollte, um Stotterereignisse zu überwinden. Im ungünstigsten Fall gewöhnt sich das Kind dann ungünstige Verhaltensmuster an (Luft anhalten, Grimmassieren etc.). Während Stottern noch vor einigen Jahrzehnten den Werdegang eines Menschen höchst negativ beeinflussen konnte, kann den Betroffenen heute zumeist gut geholfen werden.

Poltern

Viele Menschen sprechen so schnell, dass es für die Mitmenschen anstrengend ist, Ihnen aufmerksam zu folgen. Wenn aber das Sprechtempo so hoch ist, dass Laute verschluckt werden und es echte Verständigungsprobleme gibt, nennt man das Poltern. Die Patienten werden in der Eigenwahrnehmung geschult, um ein besseres Gefühl dafür zu entwickeln, wie viel Sorgfalt bei den Artikulationsbewegungen erforderlich ist, um ein zufriedenstellendes Sprechresultat zu erzeugen.

Stimmstörung, Dysphonie

Die Sprechverständlichkeit eines Menschen hängt in erheblichem Maße von seiner Stimmkraft ab. Viele Menschen sind beruflich auf ihre Stimme angewiesen. In jedem Fall aber ist es bitter, wenn die Stimmkraft nicht mehr ausreicht, um seine Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen. Eine Beeinträchtigung der Stimme (Dysphonie) kann durch eine Überlastung der Stimmbänder, etwa durch ein ungünstiges Stimmgebungsmuster, entstehen.

Unter Umständen bilden sich hierdurch auf den Stimmbändern weiche Knötchen, die sich im Rahmen einer logopädischen Behandlung wieder zurückbilden können.

In einigen Fällen gelingt es nicht, die Stimme den veränderten Größenverhältnissen des Kehlkopfes nach dem Stimmbruch anzupassen. Die Stimme bleibt hoch (Mutationsfistelstimme) und will so gar nicht zum männlichen Erscheinungsbild des Patienten passen, teils mit erheblichen negativen Auswirkungen beim privaten und beruflichen Werdegang.

Durch Wahrnehmungs- und Stimmübungen kann der Stimmklang komplett normalisiert werden. Mitunter kann eine Abtragung von harten Stimmknötchen, Polypen oder Ödemen durch einen Arzt erforderlich sein. Um Rezidive zu vermeiden und die Stimme zu restituieren, wird in aller Regel anschließend eine logopädische Übungsbehandlung durchgeführt.

Demenz

Während die klassische Aphasie-Behandlung in aller Regel die Symptomlinderung zum Schwerpunkt hat, spielt sie bei der Behandlung der in immer größerem Maße auftretenden dementiellen Dysphasien in aller Regel eine untergeordnete Rolle. Hier wird vielmehr versucht, mit dem Patienten Wege zu erarbeiten, um mit den verbliebenen sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten noch möglichst viel Selbstbestimmtheit und Lebensqualität zu erhalten.

Laryngektomie

Im Rahmen einer Krebsbehandlung kann eine Entfernung von Gewebe im Kehlkopf, teils auch des gesamten Kehlkopfes (Laryngektomie), erforderlich sein. Sind noch ausreichend Strukturen im Kehlkopf vorhanden, wird in der logopädischen Behandlung eine Ersatzstimme erarbeitet. Wird der Kehlkopf komplett entfernt, kann der Patient entweder eine Ersatzstimme (Oesophagusersatzstimme) erlernen oder mit Hilfe technischer Mittel (bspw. einem Sprechventil) wieder zu einer Stimme gelangen, wobei der Logopäde hilft, den Umgang mit diesen zu erlernen.